New York/London/Istanbul – Seit dem Tod des 43. Oberhauptes der osmanischen Kaiserfamilie, Seiner Kaiserlichen Hoheit Şehzade Ertuğrul Osman Efendi Hazretleri, befinden sich die Nachfahren der Sultane in einer schweren Führungskrise. Die Witwe des ehemaligen Oberhaupts, Prinzessin Zeynep Tarzi Hanımefendi, erklärte in mehreren türkischen Zeitungen eigenmächtig den “Hanedan” nach 710 Jahren für beendet. Prinzessin Zeynep Tarzi begründete ihre Stellungnahme damit, dass Şehzade Ertuğrul Osman der letzte noch aus dem Saray stammende Prinz war und mit ihm das Kapitel der Osmanen – und somit der Familie – endgültig geschlossen werden sollte. Die Kaiserfamilie steht vor einem großen Schritt, denn außer Prinzessin Neslişah Sultan gibt es keine Familienmitglieder mehr die das Osmanische Reich erlebten. Somit kam mit Şehzade Osman Bayezid III. Efendi Hazretleri (geb. 1924) das erste im Exil geborene Oberhaupt an die Familienspitze. Şehzade Ertuğrul Osman verstarb im September 2009, doch sein Nachfolger nahm bis heute das Amt des Oberhaupts mit seinen verbunden Aufgaben nicht wahr. Şehzade Osman Bayezid III. steht dafür in der Familie unter Kreuzfeuer. Zu der Aussage von Prinzessin Zeynep antwortete der in der Türkei lebende Şehzade Orhan Efendi in der Zeitung “Gazette” : “Was die Prinzessin von sich gibt ist reiner Unsinn. Solange es noch Nachkommen gibt besteht der Hanedan bis zum Weltuntergang fort!”
Das Kaiserhaus zwischen den Fronten
06/07/2010 von ottomanclub
Derzeit stehen 24 Prinzen in der osmanischen Thronfolge. Die Stellungnahme der Prinzessin wurde von vielen Prinzen mit Besorgnis aufgenommen und scharf kritisiert. Der Vorsitzende des Ottoman Clubs Rasim Marz bleibt optimistisch: “Es bleibt abzuwarten wie die Kaiserfamilie in den nächsten Monaten die Sache regeln wird. Es wäre sehr zu begrüßen wenn S.K.H. Prinz Osman Bayezid III. Efendi ein Machtwort sprechen würde um dem ganzen Einhalt zu gebieten. Sicher ist jedoch, dass der Hanedan nicht am Ende ist und die Tradition auch nach 710 Jahren fortgesetzt wird!”
