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Armenier in der Türkei gegen Entwurf

05/03/2010 von ottomanclub

Armenier in der Türkei lehnen die Annahme des Entwurfs im Auschuß des US-Repräsentantenhauses über die Verfolgung von Armeniern während des Ersten Weltkriegs ab. Die gestrige Annahme des Entwurfs über die Anerkennung der Verfolgung von Armeniern während des Ersten Weltkriegs als Völkermord, hat auch Reaktionen in den armenischen Gemeinden in der Türkei hervorgerufen. Armenier die in der Region Kastamonu am Schwarzen Meer sowie in Kayseri in Mittelanatolien leben, kritisierten die Annahme des Entwurfs durch den US-Aussenausschuß, womit abschließend eine Entscheidung durch das US-Repräsentantenhauses ermöglicht wurde. In der Kleinstadt Taşköprü in der Provinz Kastamonu kritisierten die armenischen Einwohner der Gemeinde Tütenli, in der 20 Familien leben, die Annahme des Entwurfs. Mehrere Dorfbewohner erklärten, dass die Bewohner hier seit 300 Jahren leben und weder von einem Völkermord erzählt haben, noch in irgend einer Art diskriminiert wurden. Mit den Türken unterhalte man familiäre Beziehungen, heirate sich ein oder nehme Türken in die Familie auf. Von einem Doppelstandard könne keine Rede sein. Die Annahme des Entwurfs bewerteten die Familien unterschiedlich kritisch. Manche äußerten den Verdacht, das die friedliche Gemeinschaft durch derartige Beschlüsse gezielt gestört wird. Man werde politischen Entscheidungen keine Bedeutung beimessen und weiterhin an das Glauben, was die Vorväter erlebt haben. Der Vorsitzende der armenischen St. Krikor Lusavoric Kirche in Kayseri erklärte gegenüber den Reportern, das die Annahme im US-Repräsentantenhauses die Armenier in der Türkei beunruhige. Die Probleme zwischen zwei Staaten seien nach seiner Meinung nach nur durch diese zu lösen. Eine Bewertung durch Dritte werde u.a. in den USA als eine eigene Interessenspolitik verstanden und auch so behandelt. Die Lösung könne nur durch Gespräche zwischen der Türkei und Armenien und durch die Annäherung herbei geführt werden. Jede weitere Einmischung verzögere die bilateralen Beziehungen und hindere zudem den Versuch eines gesellschaftlichen Konsens. Zadik Toker äußerte seine Bedenken, über den Umweg durch die Vergangenheit, die Zukunft gestalten zu wollen. Dadurch werde nur ein weiteres Feld geschaffen, in der Schuldzuweisungen und Streit ausgetragen werden. In Istanbul erklärten Armenier auf die Frage hin, was sie von der Annahme des Entwurfs halten einstimmig, dass sie über die amerikanische Einmischung keineswegs zufrieden sind. Die Einmischung der USA in der Weltpolitik habe bereits genug Probleme verursacht. In Kumpapi wo viele armenischstämmige Türken leben, äußerten man sich kritisch über die Einmischung der USA. Hatun Muhiyan, erklärte gegenüber den Reportern der CNN Türk, er sei mit einer Türkin verheiratet und habe bisher keine Probleme gehabt. Er wolle auch nicht, das andere sich in die Geschichte der Türkei einmischen. Alexi Agopyan erklärte hingegen, das Armenien diese Frage immer wieder aufwerfe, nicht die Armenier in der Türkei. Er sei mit dem Leben hier in der Türkei vollauf zufrieden und lebe mit den Türken Hand in Hand. Satini Katufyan sagte, das die USA bemüht ist, die türkisch-armenischen Beziehungen zu torpedieren. Was die USA entscheide, tangiere sie nicht. Amerika habe in der Welt genug angerichtet und deshalb kein Recht, anderen die Geschichte vorzuschreiben. An die armenische Regierung richtete Katufyan eine Message: hört mit den Beschuldigungen auf! Eine ähnliche Aussage traf auch Janet Ispiryan, eine armenische Staatsbürgerin die in der Türkei lebt. Sie erklärte, dass die USA und Frankreich endlich mit den politischen Statements aufhören sollten. Sie und viele andere seien wegen dem Hunger in die Türkei gekommen. “Wissen es denn diese Länder, das die Türkei uns aufgenommen hat und uns so ermöglicht, unseren Lebensunterhalt zu sichern ? Wissen sie denn überhaupt, wie es ist, wenn man an Hunger leidet? ” Wird die etwa 70 000 bis 100 000 armenischen Staatsbürger, die Entscheidung des US-Aussenausschußes auf ihren illegalen Aufenthalt in der Türkei Einfluß nehmen? Das sind jetzt Themen, die in der türkischen Presse erneut die Schlagzeilen zieren. Man nimmt man, das alleine in Istanbul an die 20 000 Armenier illegal leben. Bisher hatte sich die AKP-Regierung, wie auch die vorangegangenen Regierungskoalitionen zurückhaltend geäußert und eine Debatte über die Illegalität der Ausländer gemieden. Durch die Annahme des Entwurfs in den USA, könne aber das Thema eventuell in die politische Debatte Einzug erhalten, so Kolumnisten. Manche Zeitungen fragen sich heute auf der Titelseite, ob die illegalen Armenier eventuell aus der Türkei abgeschoben werden.

Quelle: Turkishpress

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